Wichtiger Service: Apotheken bieten im Notfall auch eine Lieferung an!

„Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!“ Wer kennt ihn nicht, jenen Warnhinweis, der unter anderem in Werbespots – nach der Anpreisung des entsprechenden Präparates -ausgestrahlt wird?

Nicht ohne Grund, da Nebenwirkungen, also die unerwünschten Begleiterscheinungen einer Medikation, sogar in allgemeinen Online-Lexika wie Wikipedia thematisiert werden.

Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen:

Die sind also offenbar gar nicht so selten. Auch die bekannte Kundenzeitschrift „Apotheken Umschau“ fragt (http://www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Nebenwirkungen-Wie-haeufig-ist-haeufig-7852.html) sich daher, „Wie häufig ist „häufig“?“ und will damit wissen, wie die Aussagen auf dem Beipackzettel gemeint sind:

Sehr häufig bedeute zum Beispiel, dass eine Nebenwirkung bei mehr als zehn Prozent der Anwender feststellbar ist, und „häufige Begleiterscheinungen treten dann bei einem bis zehn Prozent der Patienten auf!“

Das Fachportal Net Doktor hat aus diesem Grund eine Tabelle (http://medikamente.netdoktor.de/) wichtiger Präparate erstellt, in der, neben den Anwendungsgebieten, auch die möglichen Kontraindikationen erklärt sind. Hier erfahren wir zum Beispiel, dass etliche der nun kursierenden Mittel gegen grippale Infekte zu Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut führen können und / oder den Magen-Darm Trakt belasten.

Das schlägt mir auf den Magen!

Tatsächlich weist auch der bekannte österreichische Publizist und Gesundheitsexperte Hademar Bankhofer darauf hin, dass (http://www.bankhofer-gesundheitstipps.de/antibiotika-nuetzlich-oder-auch-schaedlich.html) Medikamente häufig Fluch und Segen zugleich sind: „Antibiotika haben Millionen Menschen das Leben gerettet – und tun dies weiterhin.“ Dennoch können sie, wie Bankhofer in seinen Gesundheitstipps ausführt, die Darmflora beeinträchtigen.

Ärzte müssen also abwägen, und Apotheker ihre Patienten gut beraten. Die plädieren daher an alle Eltern, nicht ihre Kinder als Boten in eine Apotheke zu schicken:

Kinder sind kein Mittler zwischen Eltern und Apotheke!

Zwar verbiete der Gesetzgeber nicht grundsätzlich, Arzneimittel an Kinder und Jugendliche abzugeben. Dennoch spreche, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in einer Pressemitteilung erklärt, viel gegen einen Botendienst durch den Nachwuchs. Denn „auch vermeintlich „harmlose“ rezeptfreie Medikamente können bei falscher Anwendung der Gesundheit schaden oder werden von Jugendlichen absichtlich missbräuchlich verwendet!“

Wie also solle ein Apotheker einen erwachsenen Patienten beraten und die Eltern erreichen, wenn er „nur“ mit deren Kind spricht? Kinder können beispielsweise Einnahmehinweise nicht (richtig) verstehen und deshalb auch nicht ausrichten, glaubt Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer.

Auch wenn der Apotheker Fragen zu anderen Medikamenten des Patienten hat, beispielsweise um mögliche Wechselwirkungen zu beurteilen, könne ein Kind diese wohl kaum zuverlässig und umfassend beantworten.

Missbrauch nicht ausgeschlossen!

Es gibt also gute Gründe dafür, selbst in der Apotheke vorstellig zu werden, zumal auch ein Mussbrauch der verordneten Medikamente durch den jugendlichen Boten nicht ausgeschlossen scheint. So können nach Auskunft der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände einzelne rezeptfreie Medikamente, etwa gegen Husten oder Schlafstörungen, auch Rauschzustände erzeugen, wenn sie in hoher Dosierung geschluckt werden.

Im Internet kursieren daher sogar entsprechende „Anleitungen“ zum Missbrauch. Dazu noch einmal Benkert: „Die Apotheker fragen bei der Abgabe mehrerer Packungen daher besonders Jugendliche nach dem Verwendungszweck. Da schwindeln Jugendliche mitunter und erzählen von ihren vielen kranken Geschwistern. Aber die Nachfrage des Apothekers ist keine Schikane, sondern trägt dazu bei, Missbrauch zu verhindern!“

Besteht der Verdacht auf Missbrauch, geben Apotheker übrigens keine Medikamente ab.

Ohnehin würden die meisten Apotheken, so die Experten, Kindern und Jugendlichen Arzneien nur „mit Bauchschmerzen“ und unter großem Vorbehalt aushändigen.

Besser sei es, wenn Erwachsene die Medikamente selbst abholen oder einen Erwachsenen um den Botengang bitten: „Wer auf sich allein gestellt, bettlägerig oder gehbehindert ist, kann in der Apotheke anrufen und einen Botendienst bestellen: Im Einzelfall bringt die Apotheke dringend benötigte Medikamente umgehend bis an die Haustür!“

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Bildquelle: © holgerluck – Fotolia.com

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