Welcher Hund passt zu mir?

Unlängst erlebten wir bei Hundeprofi Martin Rütter eine Kandidatin, die sich einen Podenco angeschafft hatte. Vielleicht ein wenig unüberlegt, denn die junge Frau zeigte sich sehr überrascht darüber, wie bewegungshungrig ihr Vierbeiner – immerhin ein Jagdhund -, daher kam …

Mehr noch: Die Besitzerin glaubte, das Tier müsse ihr dankbar sein, da sie den Hund doch aus einer Tötungsstation befreit hatte … eine Gedankenleistung, die natürlich kein Vierbeiner erbringen kann. Zwar mögen Hunde Dankbarkeit kennen und auch zeigen. Doch der Podenco konnte natürlich nicht begreifen, dass ihm in Spanien die Todesspritze gedroht hätte!

Vom Wesen der Windhunde:

Dabei sind diese Hunde, trotz ihres traurigen Schicksals und ihrer momentanen Beliebtheit, jedoch keine einfachen Kameraden, da sie als Windhunde extrem lauffreudig und zudem vom Wesen her durchaus stur sind.

Probleme macht zudem der Jagdinstinkt, der einen Freilauf des Podenco in Wald und Flur zu einem Glücksspiel macht, weil man nie weiß, wann der Hund auf und davon ist.

Dennoch können diese Tiere ganz charmante Begleiter sein, da sie zu ihren Besitzern ausgesprochen sanft und – eine ausreichende Auslastung vorausgesetzt – im Haus oder der Wohnung auch durchaus ruhig und anpassungsfähig sind.

Auch die Fellpflege ist relativ einfach, so dass es durchaus Gründe gibt, die für einen Podenco sprechen. Man(n), bzw. Frau, muss sich nur des Bewegungsdrangs und der Eigenheiten des Jagd- und Laufhundes bewusst sein.

Denn den meisten deutschen Haltern dürfte der Jagdtrieb des Podenco eher unerwünscht sein!

Der kann selbst einen Spaziergang an der Leine zu einem Problem, sprich: unbequem, machen. Zukünftige Halter brauchen also ein stabiles Nervenkostüm … und sollten keinen Schäfer- oder Hütehunde erwartet, der auf den leisesten Pfiff angelaufen kommt und sogleich artig „Sitz“ und „Platz“ macht.

Das Problem mit den Jagdhunden:

Generell können Jagdhunde, die oftmals eine gewisse Grundschärfe besitzen und / oder dazu gezüchtet wurden, eigenständig Entscheidungen zu treffen (denn kein Jäger kann seinem Terrier in den Fuchsbau folgen), in der Privathaltung oftmals Probleme machen, so dass eine Anschaffung wohl überlegt sein will.

So macht zum Beispiel der Fressnapf-Ratgeber in (s) einem Tierporträt darauf aufmerksam (http://www.fressnapf.de/ratgeber/beitrag/rasseportrait-hund-parson-russell-terrier), dass der heute bei vielen so beliebte Parson Russell Terrier ursprünglich für die Fuchsjagd gezüchtet wurde: „Als Schoßhund verkümmern seine geistigen und sportlichen Talente, dann wird der Parson Russell Terrier richtig übellaunig!“

Halter, die sich für Terrier interessieren, müssen daher diesen besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten Tribut zollen und den Bewegungsdrang der Tiere, auch ohne Jagdmöglichkeit, zufrieden stellen.

Gibt es auch reine Schoßhunde?

Dabei gibt es auch reine Haus- und Schoßhunde. Der Mops etwa hatte, wie Hundekenner Martin Rütter schon mehrfach in seiner VOX-Sendung (http://www.vox.de/cms/sendungen/der-hundeprofi.html) erklärt hat, nie eine andere Aufgabe, als uns Menschen zu bespaßen. Möpse sind daher ruhig und ausgeglichen und präsentieren sich als angenehme Begleithunde, die selten Streit suchen.

Auch der Elo, eine mittlerweile anerkannte deutsche Hunderasse, sollte vor allem als Familien- und Begleithund ideal sein. Daher kreuzte man Eurasier, Chow-Chow und Bobtail mit dem Ziel, einen ruhigen Hund mit hoher Reizschwelle und minimalem Jagdtrieb zu „kreieren“. Heraus kam ein ausgeglichener Hund, der gerne spielt, wobei der Bewegungsdrang dennoch moderat bleibt.

Tatsächlich sollte gerade der Bewegungsdrang eines Hundes mit den eigenen Vorleben konform gehen. Dalmatiner etwa sind tolle Familien- und Begleithunde, jedoch nur für sportliche Besitzer, da die agilen Tiere einst als Begleiter für Reiter und Kutschen ihren Dienst taten. Auf dem Sofa würde der bewegungsfreudige Dalmatiner daher rasch verkümmern und dann – früher oder später – auch allerhand Unsinn anstellen.

Auch der Border Collie, lange Jahre ausschließlich als Arbeitshund gezüchtet, empfiehlt sich natürlich nur dann, wenn seine Besitzer gerne in Bewegung und mit dem Hund zusammen aktiv (Agility, Dogdancing etc.) sind.

Nicht jeder Hund passt zu seinem Besitzer: Jagdhunde, aber auch Arbeitstiere wie der Border Collie, stellen auch besondere Ansprüche!

Er fühlt sich auf dem Arm so richtig wohl!

Hund Kleinhund auf dem Arm Kleinhund mit langem Haar

Fotos: Peter Hoffmann

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