Was Krebs mit unserem Lebenswandel zu tun hat?

Unlängst, während ich in der Praxis (m)einer Internistin saß, entdeckte ich eine Broschüre, in der es um die richtige Ernährung bei Krebs ging …

Tatsächlich wird dieses Thema auch unter Laien heiß diskutiert und war auch den Boulevardmedien schon mehr als einen Artikel wert. So sind in der Bild-Zeitung (http://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/ernaehrung/der-anti-krebs-ernaehrung-9593776.bild.html) gar die 5 Säulen einer Anti-Krebs-Ernährung erklärt worden:

Kann eine gesunde Ernährung Krebs vorbeugen?

Hier zeigte sich Krebsforscher Dr. Johannes F. Coy davon überzeugt, dass eine gesunde Ernährung dem Krebs vorbeugen kann. Doch damit nicht genug. Denn durch eine passende Diät könne, so die Hoffnung des Experten und der Autoren, vielleicht sogar eine bereits bestehende Tumorerkrankung gestoppt werden.

Eine Prognose, die das Deutsche Krebsforschungszentrum so nicht bestätigen mag. Zwar geht man auch hier davon (http://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/ernaehrung-praevention3.php) aus, dass das Krebsrisiko durchaus mit den persönlichen Lebens- und Essgewohnheiten zu tun hat: „Ob durch die Ernährung auch eine bereits bestehende Krebserkrankung beeinflusst werden kann, ist dagegen weit weniger geklärt als ihre Rolle in der Krebsvorbeugung!“

Gibt es die Krebsdiät?

Tatsächlich zeigen sich die Krebsforscher bezüglich der allenthalben kursierenden Geheimrezepte und „Krebsdiäten“ durchaus skeptisch: „Eine Krebsdiät, die Patienten zum Beispiel vor Rückfällen schützen oder die Bildung von Metastasen blockieren kann, gibt es definitiv nicht“, stellt der Krebsinformationsdienst schonungslos klar.

Dennoch sei eine ausgewogene Ernährung gerade für Tumorpatienten ein großes Thema. Unter anderem könne durch einen so genannten „Ernährungssupport“ dem Gewichtsverlust während der Therapie oder nach einer Operation vorgebeugt werden.

Wie sieht eine solide Prophylaxe aus?

Apropos, „vorbeugen“: Gerade in Sachen Prophylaxe können Bewegung und Ernährung ihre Stärke voll ausspielen. Das jedenfalls glaubt (http://dgk.de/gesundheit/ernaehrung/ernaehrung-bei-krebs.html) das Deutsche Grüne Kreuz, wo man davon ausgeht, dass der Einfluss von Umweltfaktoren auf die Krebsentstehung – zusammen gerechnet -, bei 85 bis 99 Prozent liegt: Der Ernährung werde dabei mit einem durchschnittlichen Anteil von 35 Prozent die größte Bedeutung beigemessen!

Dennoch warnt man auch hier davor, an eine „allein-selig-machende“ Krebsdiät zu glauben. Vielmehr gelte es, ein Übermaß an Fett, Alkohol und Fleisch zu meiden und Schimmelpilzgiften aus dem Weg zu gehen.

Im Umkehrschluss würden sich Vollkorngetreide, frisches Obst und Ballaststoffe dann vorbeugend und damit günstig auswirken.

Ein Thema, das bewegt:

Dass die Krebsvorbeugung die Menschen zunehmend umtreibt, zeigt sich auch daran, dass das Thema nicht nur auf Fachportalen, sondern auch in allgemeinen Online-Lexika wie Wikipedia diskutiert wird. Hier gehen die Autoren davon aus, dass rund die Hälfte aller Krebserkrankungen zu verhindern gewesen wäre, wenn die Betroffenen zuvor gesünder gelebt hätten.

Mit der „Vermeidung exzessiver Sonnenexposition, speziell bei Kindern und Jugendlichen“ bringt Wikipedia dabei einen weiteren wichtigen Baustein der Krebsprophylaxe ins Spiel. So sieht (http://www.krebshilfe.de/wir-informieren/ueber-praevention-frueherk/sonne-und-hautkrebs.html) es auch die Deutsche Krebshilfe, denn immer mehr Menschen würden jährlich neu an Hautkrebs erkranken. Dabei sei, so die Experten, doch bereits der Schatten und eine sonnengerechte Bekleidung eine ganz vorzügliche Prophylaxe.

Regelmäßige, gar übermäßige Solarium-Gänge sieht man hier dagegen skeptisch. Denn „zu viel UV-Strahlung, egal ob künstlich oder natürlich, schadet der Haut und lässt sie schneller altern!“

Tatsächlich scheinen wir unsere Gesundheit also in unseren eigenen Händen zu halten. Zwar gibt es, wie auch die beliebte Kundenzeitschrift Apotheken Umschau einräumt, keine Zauberformel. Doch wer Tabak meide (http://www.apotheken-umschau.de/Krebs/Kann-man-sich-vor-Krebs-schuetzen-75461.html) und (s) einem möglichen Übergewicht mit mehr Bewegung den Kampf ansagt, habe bereits einiges für seine Gesundheit getan: „So erkranken Menschen, die sich regelmäßig bewegen, seltener an Dickdarmkrebs.“

Äpfel sind nicht nur gesund, sondern sollen auch Dickdarmkrebs vorbeugen. Nicht umsonst heißt es im englischen Sprachraum: „One apple a day, keeps the doctor away!“

Aepfel als leckrer Snack Apfel als Gesundbrunnen

Foto: Peter Hoffmann

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