Prädiabetes – die tickende Zeitbombe

Die Menschen heutzutage werden immer dicker! Ein großer Teil der Bevölkerung hat Übergewicht, viele sind sogar als adipös einzustufen. Immer mehr Ärzte schlagen Alarm und weisen auf die gravierenden gesundheitlichen Folgen für jeden Einzelnen aber auch auf die signifikant steigenden Kosten für die Allgemeinheit hin.

Die Gründe dafür, warum immer mehr Menschen ihr Gewicht nicht unter Kontrolle zu haben scheinen, liegen vor allem an einer falschen Ernährung, kombiniert mit fehlender körperlicher Bewegung. Was sie sich damit antun, ist jedoch nur den wenigsten bewusst.

Zuviel Zucker schadet der Gesundheit

Die Lebensmittelindustrie bringt quasi täglich neue Produkte auf den Markt, die in den Medien beworben werden. In Hörfunk und TV werden Schokoriegel beworben, die einen das Wasser im Mund zusammenfließen lassen. Dazu gibt es die neuesten Generationen von Chips, die vermeintlich knackiger und würziger nie waren und Puddings, die geschmacklich herausragend sein sollen und zudem auch noch die Gesundheit verbessern, wenn man sie denn regelmäßig verzehrt.

Doch hier ist der Verbraucher zum Mitdenken aufgefordert. Viele Produkte enthalten Unmengen an Zucker, sind somit wenig empfehlenswert bzw. sollten nur selten und in Maßen konsumiert werden.

Zuckerhaltige Lebensmittel können dick machen, wenn man allzu häufig zugreift. Doch das ist nicht alles, was zu befürchten ist, wenn der Zuckerkonsum über ein normales Maß hinaus geht – der Diabetes steht bereits in den Startlöchern!


Die ersten Anzeichen des Diabetes bleiben meist unerkannt

Wer Übergewicht hat und regelmäßig sehr zuckerhaltige Lebensmittel konsumiert, hat ein erhöhtes Risiko an Diabetes Typ II zu erkranken. Die Symptome sind allerdings gerade in den Anfängen dieser Erkrankung sehr unspezifisch, sodass viele gar nicht merken, welche Zeitbombe sie in Gang gesetzt haben.

Ein gestörter Zuckerstoffwechsel macht sich zunächst durch unspezifische Symptome bemerkbar. Dies können beispielsweise Antriebslosigkeit, Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen und Depressionen sein. Kaum jemand schließt hierbei jedoch auf die Blutzuckerwerte, wenn er sich nicht wohlfühlt. Dies kann jedoch fatale Auswirkungen haben, denn ist der Blutzuckerspiegel erst mal gestört oder schon außer Kontrolle geraten, so ist es mit dem Diabetes nicht mehr weit.

Wenn die Bauchspeicheldrüse ermüdet

Zucker ist jedoch lebensnotwendig und wird zur Aufrechterhaltung aller menschlichen Funktionen benötigt! Er wird im Dünndarm verstoffwechselt und ins Blut abgegeben. Gleichzeitig stößt die Bauchspeicheldrüse Insulin aus, das dafür sorgt, dass der Zucker zu den Organen und in die Muskeln gelangt.

Doch wer jetzt denkt, dass er sich mit dem Verzehr eines Schokoriegels etwas Gutes tut, der irrt. Je größer die Menge an Zucker ist, desto höher ist dann auch der Blutzuckerspiegel. Und da der Körper mit nur geringen Mengen Zucker auskommt, d. h., dass sich die Zellen bereits geschlossen haben und keinen weiteren Zucker aufnehmen können, wird der Zucker nun in den Fettzellen gespeichert. Die Folge: Gewichtszunahme!

Doch dies ist nur ein negativer Aspekt, der sich bei einem übermäßigen Zuckerkonsum ergibt. Muss die Bauchspeicheldrüse permanent Insulin ausschütten, um den Blutzuckerspiegel zu senken, so ermüdet sie über kurz oder lang. Der Diabetes setzt ein und Insulin muss nun von außen zugeführt werden.

Gute und weniger gute Kohlenhydrate

Zucker bekommt der menschliche Körper vor allem durch Kohlenhydrate. Hierbei gilt es jedoch, zwischen guten und schlechten Kohlenhydraten zu unterscheiden. Vollkornbrot beispielsweise ist gesund, da der Blutzuckerspiegel hierdurch nur langsam ansteigt. Süßigkeiten oder gar zuckerhaltige Erfrischungsgetränke und Säfte sorgen für ein schnelles Steigen des Blutzuckers. Die Bauchspeicheldrüse muss nun schnell reagieren und rasch eine hohe Menge an Insulin ausschütten.

Doch genauso schnell, wie der Blutzucker gestiegen ist, fällt er nach süßen Speisen wieder. Die Folge: Unterzuckerung. Kommt es zu typischen Unterzuckerungssymptomen wie zittern, schwitzen und Heißhunger, so werden meist wieder Kohlenhydrate zugefügt – oftmals in Form von Schokoriegeln oder ähnlichen Lebensmitteln, die den Blutzuckerspiegel schnell steigen lassen.

Jedem dürfte nun klar sein, dass er seinem Körper damit schadet! Die Bauchspeicheldrüse ist permanent gefordert, die süßen Sünden auszugleichen, bis sie unter Umständen versagt.

Diabetiker sollten bei Kohlenhydraten nur vorsichtig zugreifen

Wer eine Disposition zum Diabetes Typ II hat, der ist gut beraten, seine Ernährung zu überdenken. Vor allem bei den Kohlenhydraten ist Vorsicht angeraten. Es gilt, auf die Lebensmittel zu setzen, die den Blutzucker nur langsam und kontinuierlich ansteigen lassen. Tabu wären in diesem Fall dann Weißmehlprodukte, wie Brötchen und Weißbrot, aber auch Nudeln, Reis und Kartoffeln sollten in einem geringeren maße auf den Tisch kommen.

Wer unsicher ist, kann sich bei seinem Hausarzt informieren und ggf. eine diabetische Ernährungsberatung in Anspruch nehmen. Wichtig ist jedoch, dass die Ernährungsumstellung langfristig, am besten für immer, durchgeführt wird.

Die Erfahrung zeigt, dass sich selbst erhöhte Blutzuckerwerte noch ohne die Einnahme von Medikamenten senken lassen. Das geht nicht von heute auf morgen, auf lange Sicht gesehen jedoch schon.

Blutzuckerwerte im Auge behalten

Die Blutabnahme beim Arzt gibt in der Regel schnell Auskunft darüber, ob der Patient an Diabetes Typ II erkrankt ist. Im Vorfeld kommt es jedoch bei vielen Patienten zu entgleisten Werten, die so ohne Weiteres nicht aufgedeckt werden.

Daher sollte der Patient Eigeninitiative ergreifen und bei Verdacht auf eine Blutzucker-Störung zunächst den Hausarzt aufsuchen und den Blutzucker regelmäßig überwachen. Dies gilt besonders für Menschen mit Übergewicht und die, die an Süßigkeiten, Nudeln und Brötchen nicht vorbeigehen können.© fotoart-wallraf – Fotolia.com


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