Gefälschte Medikamente: Wenn nicht drinsteckt, was draufsteht!

„Das miese Geschäft mit den gefälschten Medikamenten“ ist von der „Funk Uhr“ in ihrem Oktober-Heft thematisiert worden. Eine Masche, die vor allem in Asien und Afrika weit verbreitet scheint und skrupellosen Banden traumhafte „Renditen“ einbringt.

Denn die Gewinnmargen liegen, der beliebten Programm-Zeitschrift (www.funkuhr.de) zu Folge, bei mehreren hundert Prozent … Tatsächlich scheint die Thematik weiter verbreitet, als viele von uns ahnen, so dass sich auch Fachblätter wie die „Deutsche Apotheker Zeitung“ alarmiert zeigen.

Hier (http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2014/06/12/noch-mehr-gefaelschte-arzneimittel/13059.html) geht das Online-Portal davon aus, dass längst nicht mehr nur Potenzmittel betroffen sind, sondern auch lebensnotwendige Präparate wie Krebs- und Rheumamittel gefälscht werden.

Eine tödliche Gefahr!

Statt der dringend benötigten Wirkstoffe erhalten die Patienten dann zu wenig, gar keine oder gar die falschen Inhaltsstoffe. Tatsächlich warnte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände bereits 2008 vor dieser Thematik und geht davon aus, dass längst weit mehr gefälschte Arzneimittel als vermutet die EU-Grenzen passiert haben: „Es werden nicht nur Lifestyle-Medikamente gefälscht, sondern alles, was Geld bringt“, bestätigt man hier, dass auch Antibiotika, Krebs- und Malariamedikamente oder Cholesterinsenker als Plagiate auf dem Markt sind.

So wundert es wenig, dass auch die Zollfahnder Alarm schlagen. Schließlich müssen nachgemachte oder in Deutschland nicht zugelassene Medikamente als potentiell tödliche Gefahr eingestuft werden, wie das Hauptzollamt Bremen unmissverständlich klarstellt. Und allein hier (http://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Jahresbilanzen/2013/z83_jahresbilanz_12_hza_bremen.html) wurden 2012 über 4.300 Arzneimittel beanstandet!

Nicht nur Life-Style-Produkte und Potenzpillen im Blick:

Betroffen waren dabei nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ wie Schlankheits- und Potenzpillen oder asiatische Heilmittel. Denn auch viele Muskelaufbaupräparate und Nahrungsergänzungsmittel kamen den Zöllnern suspekt vor. Auch das Bundesministerium für Gesundheit sieht (http://www.bmg.bund.de/krankenversicherung/arzneimittelversorgung/arzneimittelfaelschungen.html) in den Arzneimittelfälschungen daher längst ein globales Problem.

Ein Problem, das (Industrie) Staaten mit effektiven Kontrollmechanismen wie Australien, Kanada, die USA und die EU derzeit noch im Griff haben: „Die WHO schätzt den Anteil hier auf deutlich weniger als 1 Prozent des Arzneimittelvolumens des jeweiligen Landes, wobei auch diese Zahl deutlich zu hoch angesetzt scheint.“ In vielen afrikanischen Ländern sowie in Teilen von Asien und Lateinamerika scheint die Problematik dagegen auszuufern. Die Fernsehzeitschrift „Funk Uhr“ mahnt daher dazu, dringend benötigte Medikamente vor einer Reise nach Übersee oder Fernost noch in Deutschland einzukaufen.

Eine Vorsichtsmaßnahme, die mehr als angebracht erscheint, nachdem auch das Bundeskriminalamt in der Arzneimittelkriminalität einen echten „Wachstumsmarkt“ ausgemacht hat. Hier gehen die Fahnder nämlich längst von einer organisierten Kriminalität aus.

Hohe Gewinne, skrupellose Gangster:

Das liegt wohl auch an den immensen Gewinnspannen: „Das Fälschen von Arzneimitteln ist für Kriminelle lukrativ“, bestätigt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und weiß, dass gefälschtes Viagra® teurer als Kokain ist. Als Haupteinfallstor vermutet (http://www.abda.de/sichere_arzneimittel.html) man hier dubiose Internet-Händler, vor denen allenthalben gewarnt wird. Denn die würden oftmals lediglich den Eindruck erwecken, seriös zu sein: Laut Auskunft der ABDA veröffentlicht das „Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information“ (DIMDI) daher eine Liste mit seriösen und registrierten Internet- oder Versandapotheken.

Hier vergibt man auch ein Internetgütesiegel. Wer sicher gehen will, dass (s) eine Versandapotheke legal arbeitet, solle zusätzlich bei der im Impressum der Apotheke angegebenen Aufsichtsbehörde anrufen, da auch Gütesiegel schon gefälscht wurden. Fehlt auch noch das Impressum, das zu den Pflichtangaben gehört, gilt in jedem Fall: Finger weg!

Denn die Fälscher-Mafia organisiert sich immer besser, wie (http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/videos/gefaelschte-medikamente-102.html) auch das Erste und „plusminus“ in einem Beitrag erklärt haben: „Betroffen sind Impfstoffe, Blutdrucksenker, Schmerz- und Krebsmittel“.

Fatal: Die Fälschungen werden, in ihrem optischen Erscheinungsbild, immer besser. Will meinen: Selbst Experten können das Plagiat anhand seiner Aufmachung und Verpackung kaum noch enttarnen.

Die Plusminus-Autoren gehen daher davon aus, dass uns diese Thematik auch weiterhin verfolgen wird und sehen die Zahl der Ermittlungsverfahren geradezu explodieren! Medikamente
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