Fachwissen allein kann unsere Gesundheit nicht schützen!

Gerade in Sachen Gesundheit und Ernährung scheinen Anspruch und Wirklichkeit häufig auseinander zu klaffen. Nicht umsonst reden wir davon, dass der Geist willig, unser Fleisch jedoch schwach ist …

Tatsächlich scheint der „innere Schweinehund“, den es zu überwinden gilt, oftmals größer, als viele von uns ahnen. Das jedenfalls glaubt die Techniker Krankenkasse, die uns Deutschen – und unserem Lebensstil -, einmal auf den sprichwörtlichen Zahn gefühlt hat:

Ein Wille, doch kein Weg?

Demnach  gehen sieben von zehn Deutschen davon aus, dass in Sachen gesunder Ernährung sowie mehr Sport und Bewegung durchaus Nachholbedarf angesagt ist.
Dabei scheinen den meisten die Grundlagen einer ausgewogene Ernährung sowie die Balance zwischen Stress und Entspannung durchaus geläufig zu sein. Woran es, selbstkritisch gesehen, mangelt, ist die Umsetzung.

Allein mit Fachwissen und einem guten Willen scheint es also nicht getan zu sein, wenn 68 Prozent der Befragten einräumen, dass sie mehr für sich und ihre Gesundheit tun müssten.

Sind Männer Sport- und Gesundheitsmuffel?

Der TK zu Folge, beschreiben vor allem Männer – und das zu 72 Prozent – ihr Gesundheitsverhalten als „ausbaufähig“: „Bei den Frauen sind es dagegen nur knapp zwei Drittel (65 Prozent), die sagen, sie könnten mehr tun!“

Ein Ergebnis, das womöglich auch mit dem althergebrachten Rollenverständnis zu tun hat. Schließlich galt und gilt vor allem die Frau als „Heilerin am Herd“ und halten es viele Jungs nach wie vor für unmännlich, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern.

Teils mit fatalen Folgen. Schließlich scheint der Herzinfarkt nach wie vor eine „männliche Domäne“ zu sein, wenn wir davon ausgehen, dass das Risiko, mindestens einen Infarkt im Laufe des Lebens zu erleiden, bei Männern doppelt so hoch wie bei einer Frau ist.

Risikofaktor Bluthochdruck:

Auch Bluthochdruck scheint bei Frauen weniger verbreitet, zumindest scheinen  die, bis zu den Wechseljahren, im Vorteil.
Männer dagegen erweisen sich gerade in Sachen Blutdrucktherapie (weil man(n) es ja nicht spürt und es anfangs auch nicht weh tut) und anderer Vorsorgemaßnahmen äußerst beratungsresistent.

Dazu Heiko Schulz, Psychologe bei der TK: „Männer halten sich gern für unverwundbar und denken, dass sie eine ernsthafte Krankheit sowieso nicht trifft. Folglich sind sie immer noch deutlich weniger ansprechbar für präventive Angebote.“

Job contra gesundes Leben?

Freilich scheint häufig auch der Job einem gesünderen Lebensstil im Wege zu stehen. Denn gerade für Berufstätige ist die Balance zwischen Stress und Entlastung offenbar schwer. Dazu noch einmal Heiko Schulz: „Berufstätige brauchen sinnvolle Angebote, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und nicht zusätzlich für Zeit- und Termindruck sorgen.“
Denn Stress schadet unserer Gesundheit und scheint generell ein Phänomen unserer modernen Zeit zu sein. So geht  das Polit-Magazin Focus davon aus, dass Anspannung und Leistungsdruck in Berufsleben und Alltagssituationen steigen.

Die Universität Bielefeld rät  daher dazu, keine Dauerbelastung zuzulassen und auf Warnsignale des Körpers, wie Spannungskopfschmerz und Schlafstörungen, zu achten. Denn „damit Stress keine gesundheitlichen Schäden anrichtet, muss nach einer Stressphase immer wieder eine Erholungsphase folgen!“

Doch natürlich müssen wir derartige Ratschläge – siehe die Umfrage der Techniker Krankenkasse -, auch beherzigen und endlich mit einem gesünderen Lebensstil anfangen.

Bildquelle: © robert6666 – Fotolia.com

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