Die Rückkehr von Schwarzweiß

Seinerzeit, in den 1970 er Jahren, war es die Errungenschaft, als die ersten Farbfilme auf den Markt kamen. Ein Medium, das sich bald durchgesetzt und SW nach und nach, auch aus den Büchern und Zeitschriften, verdrängt hat …

Dennoch gab es auch in analogen Zeiten jene, die dem SW-Film die Treue hielten und diese Reduktion auf Grautöne unterschiedlicher Abstufungen – zumindest gelegentlich -, noch als Stilmittel genutzt haben:

Die Reduktion auf Grautöne und Strukturen!

Vor allem natürlich dann, wenn der Schwarzweißfilm zum Motiv gepasst hat. Etwa dann, wenn es galt, Strukturen besonders zu betonen oder, ganz gezielt, mit einem Hauch von Historie zu spielen.

Dabei hatten jene, die kein Zweitgehäuse besaßen, natürlich ein Problem, wenn sie gerade einen neuen SW-Film eingelegt und dann, nach einigen wenigen Bildern, ein Motiv entdeckt haben, das geradezu nach Farbe „schrie“ … insofern leben wir heute, mit unseren Digitalkameras, in geradezu paradiesischen Zeiten.

Schließlich können wir nun problemlos – nach Lust, Laune und Motiv – zwischen farbigen und monochromen Bildern hin und her wechseln.

Dabei lassen die meiste Kameras schon per se zu, dass, neben dem Farbbildmodus, auch auf SW-Aufnahmen justiert wird.

Andernfalls könn(t)en ganz „normale“, sprich farbig aufgenommene Bilder, auch im Nachhinein, bei der Bildbearbeitung, in monochrome Dateien umgewandelt oder auf „sepia“ eingestellt werden.

Schwarzweiß Foto Pilze an Baumstumpf in SW

Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten:

Dabei ergeben sich hübsche Gestaltungsmöglichkeiten und Spielereien und lassen sich Bilder auch partiell in Farbe, ansonsten jedoch in Grautönen, einfärben.

Generell empfiehlt sich SW immer dann, wenn die Farben eher vom Motiv ablenken, gar unharmonisch wirken würden und stattdessen Formen und Konturen betont werden sollen.

Ebenso lässt sich so, mit dem altertümlich anmutenden SW-Film, der marode Charme verlassener Industrieanlagen und historischer Häuser betonen; auch auf Mittelaltermärkten kann es Sinn machen, wen zumindest ein Teil der Bildserie monochrom fotografiert wird!

Auch Collagen verstehen es, den Betrachter in ihren Bann zu ziehen:

Wer ohnehin für die Bildbearbeitung am PC sitzt, könnte auch einmal darüber nachdenken, mit seinen Fotos eine Collage zu basteln und so eine kleine Geschichte zu erzählen:

Das Wort stammt aus dem Französischen, wo coller so viel wie „kleben“ bedeutet. Ein erster Hinweis darauf, wie Collagen früher, im analogen Zeitalter, gemacht wurden.

Dazu gab es Collage-Kartons vorgefertigt zu kaufen. Hier waren Ausschnitte für die Fotos in bestimmten Formaten und Größen, mal quer, dann wieder Hochformat, manche im üblichen Seitenverhältnis, andere wiederum quadratisch, schon vorgegeben … der Bildautor brauchte dann seine Lieblingsbilder nur noch gefällig zu ordnen und unter dieser matt-schwarzen Vorlage zu platzieren.

Manchmal gab es sogar Wettbewerbe in Fotofachzeitschriften, bei denen allein Collagen eingereicht werden konnten!

Digital geht es einfacher

Und in der Tat lässt sich so, mit Bildern, die alle ein bestimmtes Thema zum Inhalt haben, eine kleine Geschichte erzählen. Das Schöne: Für (s) eine Collage braucht heute niemand mehr Schere, Klebstoff und Pappkartons zur Hand zu nehmen. Denn Collagen können auch mühelos am PC mittels Bildbearbeitungs-Programmen erstellt werden.

Picasa etwa bietet nicht nur die Möglichkeit, Fotos zu beschneiden und zu korrigieren. Zudem können hier nämlich auch tolle Bilder aus Einzelfotos zu einem neuen Motiv „gestrickt“ werden:

Als Hintergrund dient dabei ein Foto, das Bildpartien aufweist, die für die eigentliche Bildaussage (daran sollten wir bereits beim Fotografieren denken) weniger von Bedeutung sind. Darauf können dann weitere Fotos platziert werden.

Die kann man, via Programm, sogar mit unterschiedlichen Rahmen versehen, in ihrer Größe verändern und auch drehen. Viele Möglichkeiten für kreative Ideen also.

Obacht sollte man freilich geben, dass das Bild nicht zu unruhig wird.

Besonders gelungene Collagen lassen sich dagegen ausdrucken und so zu einem netten Erinnerungsgeschenk machen!

Manches Motiv, das uns auf einem herbstlichen Spaziergang begegnet, wirkt auch in SW!

 

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte: Hier ist die imposante „Industriekathedrale“ für einen Artikel in der Regionalpresse von mir ganz bewusst in SW fotografiert worden.

Nach Familienfesten und Ausflügen könnten auch mal lustige Collagen zur Erinnerung erstellt werden!

 

Fotos: Peter Hoffmann

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