Berliner Unternehmen sagt dem Verpackungswahnsinn den Kampf an!

Die Verpackungsflut, die ist, ohne Frage, eine Wortschöpfung und eine Problematik der Moderne, eine Sache, die in Entwicklungsländern bis dato völlig unbekannt sind. Dennoch haben die Menschen weltweit mit unserem Verpackungsirrsinn zu kämpfen. Denn der Plastikmüll in den Weltmeeren ist längst ein globales Problem, das von den Strömungen der Ozeane auch an entlegene Traumeilande gespült wird:

Ja, die Verpackungsflut steige immer weiter an, beklagte der Spiegel bereits 1991 und sah die Verpackungsindustrie am boomen. Mit fatalen Folgen und wachsenden Müllbergen. Denn: „Fast 30 Prozent des deutschen Hausmülls bestehen mittlerweile aus Verpackungsmaterial“

Wann sind Verpackungen Luxus und wann sind sie wirklich nötig?

Dabei gibt es gute Gründe, warum aufwendige Verpackungen (die der Kunde natürlich mit bezahlt!) für viele Hersteller heute so interessant sind. Denn die sollen, mit ihren bunten Bildern und ihrem aufwendigen Design, den Erkennungswert einer Marke steigern und / oder zum Kauf animieren.

Die einstige Idee, dass eine Verpackung den Inhalt, sprich die Ware, schützen und den Transport erleichtern soll, scheint also weitgehend überholt zu sein. Über den Sinn und Unsinn unserer heutigen Verpackungen darf also sicherlich spekuliert werden:

Auch die Medien diskutieren!

Am besten ist die Verpackung, die es nicht gibt“, urteilt daher die Welt in Sachen Verpackungswahn und verweist auf unkalkulierbare ökologische Folgen. Weltweit würden pro Jahr 240 Millionen Tonnen Plastik produziert und „ein Drittel davon wird zu Verpackungen verarbeitet!“

Dass es auch anders geht, möchten nun zwei Berliner Unternehmerinnen unter Beweis stellen: „Original unverpackt“ heißt deren Geschäftsidee, ein Supermarkt, der gänzlich auf Einwegverpackungen verzichtet. Eine Idee und ein Konzept, das die beiden Gründerinnen, Sara Wolf und Milena Glimbovski, nun schon seit November 2012 umtreibt. Denn „wir glauben, dass Einkaufen nach dem jetzigen Modell nicht zukunftsfähig ist“, erklären die beiden.

Logisch, dass dieser erste Laden seiner Art in Berlin-Kreuzberg auch die Medien und sogar Nachrichtensendungen wie RTL aktuell bewegt hat. Denn hier wurden mit den Kameras Käufer gezeigt, die durchaus fasziniert schienen. Auch von der Zahnpasta in Tablettenform. Oder von den Nudeln und Kaffeebohnen, die direkt in die eigenen, mitgebrachten Gefäße eingespeist wurden.

Ohne Frage ein Gewinn für unsere Umwelt sowie das eigene, ökologische Gewissen. Schließlich sind die gigantischen „Teppiche“ aus Plastikmüll, die in den Weltmeeren driften, heute sogar für allgemeine Online-Lexika wie Wikipedia ein Thema:

Mitte 2014 sei von Geologen vor der Küste Hawaiis ein Gebilde aus geschmolzenen Kunststoffen, Vulkangestein, Korallenfragmenten und Sandkörnern entdeckt worden, heißt es hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Plastikm%C3%BCll_in_den_Ozeanen). Und auch 3sat.de bestätigt: Egal, wo Meeresbiologen hinreisen … der Plastikmüll ist auch schon da!

Wir Menschen vermüllen die Erde:

Wir Menschen scheinen unseren blauen Planeten also mehr und mehr in eine Müllkippe zu verwandeln. Mit dramatischen ökologischen wie auch gesundheitlichen Folgen. Denn das Plastik wird von Meerestieren aufgenommen und gelangt damit – letzten Endes -, bis in die menschliche Nahrungskette.

Zudem kosten, wie das Deutsche Meeresmuseum beklagt, die Überbleibsel unserer Wegwerfgesellschaft jedes Jahr Zehntausende Meerestiere das Leben.

Ein gewaltiges Problem, denn „es gibt Meeresregionen, in denen sich heute sechsmal mehr Plastik als Plankton im Wasser befindet“, gruseln sich die Experten. Insofern könnte die Idee, Waren verpackungs- und vor allem plastikfrei anzubieten, revolutionär und heilsam für unsere Umwelt zugleich sein.

Wenn, ja wenn denn die menschliche Bequemlichkeit da mitspielt. So warf auf RTL aktuell ein Trendforscher die Frage auf, wie praktikabel das Modell im Alltag sei: Wollen wir, nach Feierabend, wenn wir müde sind und nur noch rasch einkaufen eilen, unsere eigene Verpackung dabei haben? Oder siegt dann doch die Bequemlichkeit!?

Letztendlich gilt also auch hier, wie bei vielen ökologisch sinnvollen Ideen, die Frage: Was, bzw. welche Mühe und Einschränkung, ist uns unsere Umwelt wert?

Ohne Frage gibt es Dinge und Alltagsprodukte, wie Zahnpasta, wo eine (Plastik) Verpackung sinnvoll ist … vermutlich gilt es also, einen guten und sinnvollen Mittelweg zu finden. Denn dass wir in den Industrienationen zu viel Müll produzieren, stet außer Frage!

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Foto: Peter Hoffmann

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